Der Lawinenwarndienst Bayern betreibt ein modernes Netz von Messstationen in den bayerischen Alpen. Dort werden laufend Wetter- und Schneedaten wie Temperatur, Wind und Schneehöhe gemessen. Diese Informationen sind nicht nur wichtig für die Erstellung des täglichen Lawinenlageberichts, sondern auch für Wintersportler. So kann zum Beispiel ganz einfach nachgeschaut werden, ob genug Schnee für Ski-, Splitboard- oder Schneeschuhtouren liegt.
Unser Messnetz, ein Überblick
Das Messnetz des Lawinenwarndienstes Bayern erstreckt sich über den gesamten bayerischen Alpenraum, von der Nagelfluhkette im Westen bis in den Nationalpark Berchtesgaden im Osten. Insgesamt gibt es 20 Messstationen, die zum Teil in Wind- und Schneestationen unterteilt sind. Dadurch gibt es an 36 verschiedenen Standorten aktuelle Messdaten. Die Stationen liegen auf Höhen zwischen 1.100 und 2.960 Metern ü. NN.

Windmessstationen sind meistens auf Gipfeln oder Graten. Dort kann die vom Gelände unbeeinflusste Hauptwindrichtung und -stärke gemessen werden. Auf dem Foto links ist die Windstation auf dem Vorgipfel des Brecherspitz zu sehen.
Schneemessstationen stehen meist an Orten, an denen Bäume und das Gelände den Schnee vor Wind schützen. So kann sich der Schnee möglichst gleichmäßig und ungestört ablagern. Ein Beispiel dafür ist die Schneestation bei der Wartsteinhütte auf der Reiteralpe.

Geschichte des Messnetzes

Schon seit der Gründung des Lawinenwarndienstes Bayern werden Wetter- und Schneedaten wie zum Beispiel Temperatur, Wind und Schneehöhe gesammelt. Diese Infos waren von Anfang an wichtig für die Lawinenlageberichte. Früher wurde alles noch von Hand gemessen, doch mit der Zeit wurde das Messnetz immer weiter automatisiert und verbessert. Bereits 1982 gingen die ersten automatischen Messstationen in Betrieb. Nach und nach kamen immer mehr Stationen dazu – und auch die älteren Anlagen wurden regelmäßig auf den neuesten technischen Stand gebracht. Besonders die Umstellung von Telefonleitungen auf Mobilfunk hat die Datenübertragung zuverlässiger und schneller gemacht. Heute liefern die Stationen alle 10 Minuten aktuelle Werte direkt aus den Bergen in die Lawinenwarnzentrale und auf die Website.
Wenn es mal keine Messwerte gibt
Die alpinen Umweltbedingungen sind für technische Geräte wie die Messstationen eine große Herausforderung.

Bei Eisbildung, auch Anraum genannt, kann es vorkommen, dass ein Windmesser eine Windgeschwindigkeit von null anzeigt, obwohl tatsächlich Wind weht. Das Eis verhindert, dass sich die Messflügel drehen, so dass keine korrekte Windmessung möglich ist. Auch Messungen wie die Oberflächentemperatur können so gestört werden.
<- Windstation Hochgrat
Windstationen stehen an sehr exponierten Stellen. Bei sehr starken Stürmen kann es zu unerwarteten Schäden, wie zerstörten Messflügeln oder umgestürzten Masten kommen.
Orkanschaden Windstation Kampenwand ->

Jährliche Wartung und Reparaturen
Die Messstationen werden jährlich gewartet und bei Bedarf repariert. Jährliche Wartungsarbeiten umfassen die Überprüfung und Kalibrierung der Sensoren sowie die Kontrolle der elektrischen und mechanischen Bauteile.

Bei der Wartung wird die Temperaturmessung mit einem präzisen Messgerät verglichen und anschließend kalibriert, um die Genauigkeit der Temperaturdaten zu verbessern.
<- Windstation Reiteralp
Spezielle Sensorik zur Messung innerhalb der Schneedecke muss vor dem ersten Schneefall von Gras befreit werden, da eingewachsene Sensoren keine zuverlässigen Messwerte liefern können.
Bodensensor Schneestation Kranzberg ->


Neuer Frostschutz muss in die Niederschlagstöpfe gefüllt werden, damit Regen und Schnee gleichermaßen als Wasser gemessen werden können. Im Niederschlagstopf schmilzt der Schnee, so dass der Niederschlag ob Regen oder Schnee vergleichbar erfasst wird. Wenn der Niederschlagstopf gefriert, ist eine genaue Messung der Niederschlagsmenge nicht mehr möglich.
<- Niederschlagstopf Schneestation Zugspitzplatt
Der Aufbau einer Messstation

weitere Informationsangebote…
…zum Thema Schnee und Wetter des Lawinenwarndienst sind
- der Wetterbericht vom Deutschen Wetterdienst speziell für den Lawinenwarndienst Bayern verfasst und gültig für den deutschen Alpenraum,
- Schneeprofile, Schneedeckentests und seit neuestem Beobachtungen der letzten Woche unter Schneedecke,
- Webcams, die im Zehn-Minuten-Intervall hochauflösende Bilder der Verhältnisse vor Ort, auch für zurückliegende Zeitpunkte zeigen.
Hier geht es zur Übersicht, inklusive Karte der Standorte der Messstationen:
Lawinenwarndienst Bayern // Schnee und Wetter // Messstationen


